Verkehrte Welt im Vorstellungsgespräch: Wenn dem Arbeitgeber auf den Zahn gefühlt wird…

Wer die gängigen Suchmaschinen bemüht, um sich für ein nahendes Vorstellungsgespräch fit zu machen, der wird auf unzählige Tipps und Tricks für das richtige Verhalten im Vorstellungsgespräch stoßen. Wie verpacke ich meine Schwächen als besondere Stärken, erkläre Lücken im Lebenslauf und rücke mich ins bestmögliche Licht… Kurzum: Wie stelle ich mich als perfekter Bewerber für die jeweils ausgeschriebene Stelle dar?

Die Frage ist nur: Macht das Sinn? Und: Entspricht dieses Verhalten eigentlich noch der aktuellen Situation auf dem Job-Markt.

Ich würde sagen nein – und zwar zu beidem!

Denn Vorstellungsgespräche gelten aus meiner Sicht schon lange als Kennenlern-Chance für beide Seiten – den jobsuchenden Bewerber ebenso, wie  das Unternehmen auf Ausschau nach geeigneten Mitarbeitern.

Vorstellungsgespräche als Imagefaktor fürs Unternehmen

Gerade in Branchen, wo der Fachkräftemangel bereits zugeschlagen hat oder auf dem Vormarsch ist, können Personaler oder Geschäftsführer schon lange nicht mehr aus dem berühmten Stapel an Bewerbungsmappen wählen, sondern „müssen“ nur allzu oft sämtliche möglichen Bewerber einladen. Zu hoffen bleibt dann nicht nur, dass ein geeigneter Kandidat dabei ist, sondern vor allem auch, dass dieser Kandidat im Gespräch auch vom Unternehmen und der jeweiligen Stelle überzeugt werden kann.

Umwerben, begeistern und locken, statt ausfragen und skeptisch beäugen heißt da die Devise!!

Doch das muss aus meiner Sicht kein Nachteil sein.

Vielmehr bietet es die Chance, klassische Muster von Bewerbungsverfahren sukzessive in Frage zu stellen und Aufzubrechen. Warum nicht bei einem Rundgang durchs Unternehmen zwanglos plaudern, statt sich in Verhör-Manier starr gegenüber zu sitzen?

Ich denke: Die neue Situation kann ein durchaus willkommener Ansporn für viele Unternehmen sein, sich im Vorstellungsgespräch attraktiver und authentischer zu präsentieren.

Selbstbewusste Bewerber

Gerade deshalb möchte ich Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach dem passenden Job ermutigen, beim Vorstellungsgespräch die Rosa-Rote-Brille Zuhause zu lassen und selbstbewusst aufzutreten.

Klar: Es wäre toll, den Job zu bekommen. Und für das eigene Ego ist jede Zusage natürlich die schönste Streicheleinheit. Dennoch sollte dieses kurzzeitige Hochgefühl nicht über die Kernfrage hinwegtäuschen, ob man sich wirklich vorstellen kann, in diesem Unternehmen langfristig jeden Tag zu arbeiten.

Denn was im Vorstellungsgespräch nur mit Schauspielerischen Höchstleistungen funktioniert, dass wird im Alltag wohl kaum wirklich zusammenpassen. Oder was meinen Sie?

Außerdem gibt es gar keinen Grund sich zu verstellen. Schließlich werden Bewerber wegen ihrer Fähigkeiten und Talente eingeladen. Diese sind quasi das Angebot, um dass sich das Unternehmen bewerben muss.  

Praktischer Nebeneffekt: Sich seiner eigenen Position innerhalb eines Vorstellungsgespräches bewusst zu werden, senkt häufig auch die Nervosität. Schließlich stehen ja beide Seiten auf dem Prüfstand.

Deshalb: Stellen Sie kritische Fragen und klären Sie schon im Vorfeld ab, was Ihnen im Berufsalltag wichtig ist.

Ich bin überzeugt:

Es gibt weder perfekte Bewerber, noch perfekte Stellen, aber es gibt Bewerber und Stellen, die perfekt zusammenpassen!

Und noch ein Tipp für alle, die gerade auf der Suche nach einer neuen beruflichen Heimat sind:

Schon das Warten im Flur, die Anmeldung am Empfang, Ihr Weg entlang der Büros oder die Gesichter entgegenkommender Mitarbeiter können Bände sprechen. Also konzentrieren Sie sich nicht nur auf die halbe Stunde, die Sie den Personalchefs und Abteilungsleiterinnen gegenüber sitzen, sondern lassen Sie während Ihres gesamten Besuchs Ihre Sinne schweifen und nehmen Sie die Stimmungen Ihres Umfeldes sensibel auf.

Besonders Kleinigkeiten verraten so einiges: Wird Ihnen zur Begrüßung die Hand gereicht? Sitzen Sie wie einem Tribunal 3 – 5 skeptischen Gesichtern gegenüber oder wurde die Situation durch einen Rundtisch oder die Anordnung über Eck aufgelockert? Ein Glas Wasser sollte selbstverständlich sein, aber auch Kaffee wäre schön und Kekse sind eindeutig als Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem Gespräch zu verstehen.

Das kann – um zum Schluss zu kommen – übrigens  auch für Arbeitgeber, die vielleicht nicht mit horrenden Gehältern und Dienstwagen punkten können, aber sich durch eine tolle Unternehmenskultur auszeichnen und ihre Mitarbeitenden wertschätzen, durchaus von Vorteil sein.

Papier oder Bildschirm? Leseverhalten im Wandel: Wie die Digitalisierung unsere Texte verändert…

Tageszeitungen, Romane oder Sachbücher – sie alle lassen sich mittlerweile sowohl als Papiervariante, als auch digital lesen. Und dann gibt es da auch noch die wachsende Zahl an Podcasts und Hörbüchern, die die Aufnahme spannender Geschichten und aktueller Themen komplett vom Lesen aufs Hören verlagern.

Für die Studie „Lesen in Deutschland 2008“ hat die Stiftung Lesen zwischen 1992 und 2008 mehr als 2500 Jugendliche und Erwachsende zu ihrem Leseverhalten befragt. Und auch wenn diese Ergebnisse natürlich schon wieder mehr als 10 Jahre zurückliegen, ist die Tendenz doch ganz eindeutig:

Die Nutzung von digitaler Lektüre nimmt immer weiter zu. So stieg der Anteil der Menschen, die regelmäßig ganze Texte am Bildschirm lesen, allein von 2000 bis 2008 von 25 auf 41 Prozent. Wie sich diese Entwicklung in den vergangenen 10 Jahren fortgesetzt hat, können wir uns da sicher denken.

Wir lesen digital anders

Aber was genau bedeutet diese Veränderung der Medien eigentlich für unser Leseverhalten? Lesen wir eher weniger oder mehr, wenn uns plötzlich unzählige Bücher und Zeitschriften digital – und nur einen Mausklick entfernt – zur Verfügung stehen? Und: Lesen wir online genauso wie auf Papier?

Auch hierzu gibt es mittlerweile die unterschiedlichsten Studien, die sich, vom Eye Tracking bis zur Auswahl von Artikeln und unserer Lesegeschwindigkeit, mit den zahlreichen Aspekten unseres Leseverhaltens beschäftigen.

Diese zeigen deutlich, dass sich das Lesen digitaler Medien stark vom Lesen auf Papier unterscheidet. Ein Grund hierfür ist, dass wir die Betrachtung des Bildschirmes als deutlich anstrengender empfinden und deshalb rund 1/3 langsamer Lesen, als in Büchern oder Zeitungen. Um dieses Defizit auszugleichen, überfliegen laut Untersuchungen 79 Prozent aller Webnutzer die Seiten eher, als sie wirklich Wort für Wort aufzunehmen. Durchschnittlich 7 Sekunden verbleiben wir lediglich auf einer Seite und nutzen diese kurze Zeitspanne, um den Text auf Signalwörter zu scannen und zu entscheiden, ob sich das weiterlesen lohnt.

Eine Entwicklung, die nicht nur spannend zu beobachten ist, sondern natürlich auch beeinflusst, wie Unternehmen und ihre Kunden künftig miteinander kommunizieren werden. Denn schon längst werden in deutschen Büros kaum noch Texte ausgedruckt und auch im privaten Bereich haben Tablets und Handys vielerorts die Papiervarianten abgelöst, wenn an die Recherche interessanter Produkte oder benötigter Dienstleistungen geht. Von der  neutralen Produktbeschreibung bis zum bebilderten Blog-Erfahrungsbericht ist hier schließlich alles vollkommen unproblematisch auffindbar.

Wenn sich das Lesen ändert, muss sich auch das Schreiben ändern

Dementsprechend sollten wir aus den oben beschriebenen Studien eine wichtige Erkenntnis für unsere künftige Text-Arbeit mitnehmen:

Die Aufmerksamkeitsspanne, in der wir unsere Leserinnen und Leser davon überzeugen können, dass sich eine intensivere Beschäftigung mit unseren Inhalten lohnt, ist ziemlich gering  – und sollte bestmöglich genutzt werden.

Nur wie?

Wonach würden Sie denn Ausschau halten, wenn Sie auf einem großen unbekannten Platz stehen würden? Richtig: Nach einem Wegweiser!

Und genau solche Wegweiser können wir auch unseren Leserinnen und Lesern bieten, um ihnen schnell Orientierung zu verschaffen.

Ganz einfach, durch eine optische Gliederung des Textes. Zwischenüberschriften mit Kernbotschaften können den Augen als Ankerpunkte beim Querlesen dienen und die Aufmerksamkeit für bedeutende Unterkapitel wecken. Jedes dieser Kapitel sollte dann aus mehreren kürzeren Abschnitten bestehen, denn kleine „Text-Häppchen“ lassen sich mit deutlich weniger Aufwand konsumieren, als lange Fließtexte.

Zudem sorgen Bilder, bunte Grafiken, Tabellen oder stichwortartige Aufzählungen für mehr Übersicht und ein lebendigeres Erscheinungsbild, damit Ihre digitalen Inhalte künftig ganz oben auf der Favoriten-Liste Ihrer Kundinnen und Kunden stehen.

Storytelling – Warum wir unsere Kunden nicht nur informieren, sondern vor allem unterhalten sollten

Nicht „Wer bist Du?“, sondern „Was ist Deine Geschichte?“ – das ist hier die Frage! Wer in Irland einen der unzähligen Pubs betritt und sich an der Theke neben einen anderen Gast setzt, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schon kurz darauf gefragt „What’s your story?“

Auf den ersten Blick eine tolle Gesprächseinleitung, die den Einstieg in eine Unterhaltung deutlich erleichtert. Aber bei genauerem Hinsehen verbirgt sich aus meiner Sicht noch deutlich mehr hinter dieser Frage. Nämlich die Grundannahme, dass niemand einfach nur etwas „ist“, sondern immer „durch eine Geschichte zu etwas wurde“.

Und genau hier können wir uns im Hinblick auf eine gelungene Kommunikation noch eine ordentliche Scheibe von den Iren abschneiden. Denn ganz intuitiv haben sie bereits das verstanden, was auf vielen Internetseiten, in unzähligen Flyern und zahlreichen Unternehmensbroschüren noch fehlt: Nicht die Fakten allein sind entscheidend, sondern vielmehr die Geschichte, die sich hinter diesen Fakten verbirgt.

Schließlich faszinieren uns Menschen Geschichten schon seit Jahrhunderten. Sie entführen uns in Phantasiewelten, Unterhalten uns und schaffen es gleichzeitig so viel besser, sich mit all ihren Facetten in unserem Gehirn zu verankern, als jeder Sachtext.

Roman statt Sachbuch: Auch Ihre Unternehmensinfos erzählen eine Geschichte

Und genau hier setzt das Storytelling an, in dem es Ihre Unternehmensinformationen nicht nüchtern niederschreibt, sondern in spannende und mitreißende Geschichten verpackt, bildhaft darstellt und mit Emotionen versieht. Denn erst sie lassen ein Unternehmen lebendig werden, wecken die Neugier der Kunden und machen die Menschen hinter den Angeboten, Produkten oder Leistungen sichtbar.

Klar, dass birgt die Gefahr, dass nicht jede Information über Ihre Organisation oder Ihr Unternehmen ausschließlich schön und positiv ist. Aber es birgt auch die Chance, authentisch zu wirken und im Gedächtnis zu bleiben. Schließlich ist es gerade das Preisgeben von Unsicherheiten und kleine Schwächen, was einem Kunden hilft, sich mit Ihnen zu identifizieren.

Wer Emotionen weckt, bleibt im Gedächtnis

Aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung zeigen immer wieder, dass wir Informationen besser aufnehmen können, wenn sie bildhaft dargestellt und mit Emotionen aufgeladen werden. Ohne belehrend zu wirken oder anstrengend zu werden, schaffen es Geschichten so auf ganz spielerische Weise Wissen weiterzugeben, Erfahrungen zu teilen oder Werte und Normen zu verbildlichen.

Und da Storytelling natürlich kein Selbstzweck ist, sondern am Ende immer noch auf Ihr Image einzahlen soll, muss eine gelungene Geschichte Beides schaffen: Emotionen wecken und Fakten vermitteln. Gewissermaßen haucht man den Zahlen, Daten und Fakten durch die Geschichte Leben ein, um sie besser im Gedächtnis zu verankern.

Bestes Beispiel: Die Geschichte von Apple, dem Weltunternehmen, dass Steve Jobs einst in einer Garage gründete. Besser hätte sich diese Unternehmensgeschichte wohl der kreativste Autor nicht ausdenken können.

Jeder hat eine Geschichte… Wir müssen Sie nur aufspüren!

Und genau das ist auch meine Erkenntnis: Wir brauchen uns nichts auszudenken, um Ihr Unternehmen nach vorne zu bringen. Jeder von uns hat schon seine Geschichte, bestimmte betriebsinterne Traditionen und Rituale oder Werte, die besonders gepflegt werden. Wir müssen sie nur zum Vorschein bringen und auf fesselnde Weise erzählen. Klar, ein Selbstläufer ist Storytelling natürlich auch nicht. Schließlich muss sich jedes Unternehmen und jede Organisation vorab schon erstmal klar darüber werden, welche Botschaften, Inhalte, Werte und Visionen die eigene Geschichte vermitteln soll. Meine Aufgabe als Texterin ist es nun, Ihre Botschaften und Überzeugungen aus Ihnen heraus zu kitzeln, in eine authentische Geschichte zu verpacken und geschickt mit Ihren Produkten oder Dienstleistungen zu verweben. Eine Mischung aus Psychologie und Erzählkunst gewissermaßen.

Pressemitteilungen sind keine Werbetexte: Zielkonflikte in der Öffentlichkeitsarbeit


Pressemitteilungen sind keine Werbetexte – Und das ist auch gut so. Selbst, wenn diese Aussage auf den ersten Blick vielleicht nicht gerne gelesen wird. Aber kein Grund zur Sorge. Denn ich bin überzeugt, dass sich genau diese Tatsache für die allermeisten Unternehmen und Organisationen durchaus als Vorteil entpuppen kann.

Ein Blick ins Landespressegesetz macht unmissverständlich deutlich, dass die Medien durch die Recherche und Verbreitung von Nachrichten einen öffentlichen Auftrag erfüllen und dazu verpflichtet sind, deren Richtigkeit im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht eingehend zu prüfen.

Dem gegenüber steht die klare Aufgabe von Kommunikation und PR in Unternehmen und Organisationen: Die Imagepflege – und nach Möglichkeit auch eine Verbesserung eben dieses Images. Vermeintlich kritische Themen sollten verschwiegen, als unbedeutend dargestellt oder aber „schön geredet“ werden.

Klar, nun könnte man als Kommunikator, Pressesprecher oder Texter sagen: „Dann ist es doch Aufgabe der Medien, zu recherchieren, wieviel harte Fakten in meinem Text stecken.“ Stimmt! Aber genau das tuen die meisten Journalisten auch. Direkt beim ersten Mal. Oder spätestens dann, wenn sie durch Leser oder Konkurrenzmedien darauf aufmerksam gemacht werden. Und ab dann gilt: Texte von diesem Unternehmen oder dieser Organisation sind mit Vorsicht zu genießen.

Die Folge: Künftig werden Sie Ihre Nachrichten vermutlich vergeblich in den Veröffentlichungen suchen.

Keine wirklich gute, und schon gar keine zukunftsorientierte Lösung!

Langfristige Glaubwürdigkeit statt kurz gedachtem Imagegewinn

Insbesondere, da die Aufgaben von gelungener Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit aus meiner Sicht weit über die Imagebildung hinausgehen. Wesentlich entscheidender ist es, Kunden, Lieferanten und anderen Stakeholdern durch Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit zu überzeugen, um langfristig eine Vertrauensbasis aufzubauen. Und je länger eine Geschäftsbeziehung andauert (was ja durchaus im wirtschaftlichen Interesse liegen sollte), desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch die am besten geschönte Werbebotschaft irgendwann wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Oder haben Sie schonmal von einem Beispiel gehört, bei dem die „Salami“- oder „Scheibchen-Taktik“ in der Kommunikation erfolgreich war?

Denn während die Sicht auf ein Unternehmen vor einigen Jahren noch hauptsächlich durch die eigene Öffentlichkeitsarbeit bestimmbar war, informieren sich Kunden, Lieferanten und andere Anspruchsgruppen heute wesentlich selbstständiger und nutzen soziale Medien und Bewertungsplattformen um sich eine eigene Meinung zu bilden. Geschönte Marketingaussagen können sich so rasant als Lüge entpuppen und ehe man sich’s versieht, entwickelt sich die tolle Werbebotschaft von gestern zum größten Imageschaden von morgen.

Unsere Chance: Fehler wirken sympathischer als Perfektion

Aber genau hier liegt auch unsere Chance! Denn ehrlich und transparent zu kommunizieren heißt aus meiner Sicht, nur perfekte Prozesse abbilden zu müssen. Im Gegenteil. Die Erfahrung zeigt, dass Unperfektheit deutlich sympathischer und menschlicher wirkt, als perfekt ausgeführte Prozesse und keineswegs als Nachteil ausgelegt wird.

Je offener Sie mit kleinen Fehlern oder Schwächen umgehen und Sachverhalte ganz ehrlich erklären, desto geschickter nehmen Sie Ihrer Konkurrenz den Wind aus den Segeln.

Die genaue Betrachtung zeigt also: Transparenz und Imagepflege in der Pressearbeit sind keineswegs zwei unvereinbare Pole. Vielmehr muss der Begriff der Imagepflege künftig vielleicht lediglich etwas anders gedacht werden. Weniger makelloses Abbild des Unternehmens und dafür mehr Realität mit allen Stärken und Schwächen. Denn nur, wo Worte und Taten zueinander passen, kann Glaubwürdigkeit entstehen.

Manchmal sind es die kleinen Dinge: Flexible Pausenkultur als Pluspunkt im Wettbewerb um Fachkräfte nutzen

Das Pläuschchen Ihrer Mitarbeiter in der Kaffeküche oder im Kopierraum ist Ihnen schon lange ein Dorn im Auge, weil es dafür schließlich die Mittagspause gibt? Und müssen diese Geburtstags-Kuchenrunden wirklich immer mitten am Vormittag stattfinden und so den Arbeitsfluß stören?

Viele Arbeitgeber sehen in Pausen – egal ob gesetzlich vorgegeben oder aufgrund im Unternehmen gewachsener sozialer Strukturen – mehr lästiges Übel als Gelegenheit zur Erholung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kleine Auszeiten steigern die Arbeitsleistung

Eine Fehleinschätzung, wie Professor Rainer Wieland, Arbeits- und Organisationspsychologe der Uni Wuppertal, im Gespräch mit dem österreichischen Forum Gesundheit bestätigt.

Denn kleinen Auszeiten und Erholungspausen sind übrigens im Interesse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen! Er empfiehlt Arbeitgebern explizit, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die es den Mitarbeitern erlaubt, ihre Pausen und Entspannungsphasen individuell festzulegen und an ihre Bedürfnisse anzupassen. Hierdurch sind diese nicht nur selbst zufriedener, sondern auch leistungsfähiger im Job.

Zufriedenere Mitarbeiter sind produktivere Mitarbeiter

Neben der Möglichkeit, sich so nach dem persönlichen Zeitgefühl zu verhalten und Pausen dann anzutreten, wenn der eigene Energiespeicher aufgefüllt werden muss, schenken Sie Ihren Mitarbeitern so zusätzlich ein Gefühl von Gestaltungsfreiheit, dass diese zu schätzen wissen werden.

Ebenso stärkt ein positiverer Umgang mit der Pausenkultur im Unternehmen die sozialen Beziehungen Ihrer Beschäftigten untereinander, was beinahe zwangsläufig auch zu einer besseren Zusammenarbeit in berufsbezogenen, inhaltlichen Themen mit sich bringen wird.

Insgesamt also eine absolute WinWin-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen.

Wer lange arbeitet, braucht auch längere Pausen

Schade nur, dass das Konzept in den allermeisten Unternehmen und Organisationen bisher noch längst nicht gelebte Praxis ist. Wirklich üblich ist eigentlich nur eine Mittagspause. Doch je länger man am Stück arbeitet, desto erschöpfter und ausgelaugter ist man und desto länger braucht man anschließend, um sich zu erholen.

Der Grund hierfür liegt in der menschlichen Psyche, erklärt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zur menschengerechten Arbeitsgestaltung. Bei Belastung wächst die menschliche Beanspruchung demnach nicht linear sondern exponentiell. Wenn man mit Pausen lange wartet, hat man also im Verhältnis deutlich mehr Anstrengung abzubauen, als derjenige, der sich häufiger kleine Auszeiten gönnt.

Kleiner Pluspunkt im Fachkräfte-Wettbewerb

Wer sich im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte als attraktiver Arbeitgeber absetzen möchte, sollte diese Erkenntnis als spannende Stellschraube und Chance begreifen. Die explizite Erwähnung flexibler Pausenzeiten oder die Einrichtung eines Pausenraumes mit Freizeitangeboten haben gerade bei jungen Bewerbern, denen ihre Lebensqualität besonders am Herzen liegt, häufig mehr Relevanz, als der zusätzliche Dienstwagen.

Probieren Sie es mal aus!

Arbeitszeit ist Lebenszeit: Fehlende Grenzen als Chance begreifen

Egal wie wir es drehen und wenden: Unsere Arbeit ist – selbst wenn wir sie ausschließlich des Geld Verdienens wegen betreiben sollten – ein zentraler Bestandteil unseres Lebens. Und dementsprechend ist auch unsere Arbeitszufriedenheit ein entscheidender Bestandteil unserer Lebenszufriedenheit.

Dennoch kommt es mir, wenn ich mich in meinem beruflichen wie privaten Bekanntenkreis umschaue, immer wieder so vor, als würde viele Menschen ganz bewusst in zwei Parallelwelten leben. Nicht weil sie müssten, sondern weil sie es so wollen, oder vielleicht auch einfach, weil sie es so gewöhnt sind.

Macht die strikte Trennung zwischen Beruf und Privatleben glücklich?

Strikt werden Job und Privatleben, Arbeitszeit und Lebenszeit von einander getrennt. Zwei Bereiche, in denen man sich unterschiedlich verhält, anders kleidet, oft sogar einen anderen Wortschatz pflegt, und zwischen denen es definitiv keine Schnittmengen gibt. Morgens wird der „Büromodus“ angeschaltet und pünktlich um 17 Uhr schaltet man auf der Fahrt nach Hause in den „Privatmodus“ um. Selbst Kontakte, die im Büro oder in der Produktionshalle geknüpft werden, schaffen es in diesem Lebensmodell nur selten, in den privaten Bereich transferiert zu werden.

Die Frage ist nur: Ist das wirklich gesund? Und macht uns dieses Verhalten glücklich? Zugegeben, auch ich bin manchmal froh, mit dem Abschließen der Bürotür die beruflichen Themen hinter mir lassen zu können und bis zum nächsten Tag nicht mehr an ausstehende Projekte denken zu müssen. Aber genauso oft berichte ich auch Freunden und Familie begeistert von spannenden Projekten an denen wir gerade arbeiten oder schütte meiner Kollegin in der Pause mein Herz aus, wenn privat mal etwas schief gegangen ist.

Synergieeffekte nutzen und Chancen sehen

Diese Vermischung der Grenzen habe ich bislang nie als störend oder belastend empfunden. Im Gegenteil! Denn ich bin überzeugt, dass Aber Work-Life-Balance nicht heißt, zwei separate Bereiche nebeneinander zu koordinieren, sondern Hand in Hand agieren zu lassen. Nur so entstehen schließlich die viel beschworenen Synergieeffekte zwischen Arbeitszeit und Lebenszeit. Zum Beispiel, indem uns die Anerkennung im Job Motivation für Herausforderungen im Privatleben gibt und wir Erfahrungen aus der Freizeit in unsere Arbeit einfließen lassen können.

Eine Folge dessen ist sicherlich, dass auch die zeitlichen Grenzen immer mehr verschwimmen. Etwas, dass in Zeiten von Diensthandys und -tablets mittlerweile in immer mehr Berufen zur Selbstverständlichkeit wird.

Glücklich ist da, wer diese Entwicklung nicht als zusätzliche Belastung betrachtet, sondern viel mehr als Chance für mehr Flexibilität, eine bessere Balance und somit eine höhere Lebenszufriedenheit.

Achtsamkeit – Warum wir wieder lernen sollten, auf das eigene Gefühl zu hören!

In der letzten Woche war ich krank. Nichts Schlimmes. Grippe eben. Aber „außer Gefecht“ gesetzt war ich trotzdem erstmal. Und das hat mir ehrlich gesagt mehr zu schaffen gemacht, als ich geglaubt hätte. Und mich gerade deshalb ziemlich ins Nachdenken gebracht.

Im Normalfall ist mein Alltag von morgens bis abends verplant und durchgetaktet. Arbeit, Haushalt, Sport, und natürlich der – manchmal ebenso hektische – Freizeitstress.

Da bleibt wenig Spielraum, um einfach mal in den Tag zu leben und genau das zu machen, wonach man sich in diesem Moment fühlt. Wobei es bei mir gar nicht mal so ist, dass ich im Alltag den Eindruck hätte, mich gegen meine Bedürfnisse zu verhalten. Viel eher ist es wohl so, dass ich diese Bedürfnisse gar nicht bewusst wahrnehme. Mir Gewissermaßen die Sensibilität mir selbst gegenüber fehlt.

Kein Wunder, wenn der eigene Körper dann irgendwann mal die rote Karte zeigt und seine wohlverdiente Auszeit selbst einfordert. Bei mir zusätzlich zur Grippe in einer ziemlich nervigen Magenschleimhautentzündung.

Dabei sind aus meiner Sicht – leider oder vielleicht auch zum Glück – nicht die vielen Termine, Verpflichtungen oder Verabredungen das eigentliche Problem, sondern eher ich selbst! Denn ich bin es ja, die die Kontrolle über all diese Termine hat, die zwischen wichtigen und unwichtigen Verpflichtungen entscheiden kann. Die sich Zwänge auferlegt, statt Freiräume zu schaffen.

In dem Artikel „Einfach mal locker lassen“ habe ich schon darüber berichtet, wie schwer es mir leider oft fällt, einfach mal die Kontrolle abzugeben. Und im Prinzip ist diese Schwäche wohl auch eine der Hauptursachen, weswegen ich immer wieder meine eigentlichen Bedürfnisse hintenanstelle und vermeintlich wichtigeren Dingen opfere. Oder noch schlimmer: Manchmal sehr wohl merke, dass ich gerade über mein Grenzen hinausgehe, aber aus falsch verstandenem Ehrgeiz oder Pflichtgefühl anfange, den eigenen Körper und damit letztendlich mich selbst zu auszutricksen.

Deshalb bin ich ehrlich gesagt ganz froh, dass mein Körper anscheinend ein bisschen schlauer ist, als mein Kopf und mir in der letzten Woche diesen kleinen „Denkanstoß“ verpasst hat.

Denn glücklich werden oder glücklich sein, das geht nur, wenn man mit sich selbst im Einklang ist. Wenn man wieder lernt in sich hinein zu spüren und auf die Signale des Körpers zu hören.

„Achtsamkeit“ heißt das passende Zauberwort, dass in den letzten Jahren immer häufiger durch die Medien geistert, in zahlreichen Talkshows und Fachpublikationen präsent ist und zunehmend mehr Leute zum Umdenken anregt.

Achtsam zu sein bedeutet, sich mit allen Sinnen auf das einzulassen, was wir im jeweiligen Moment wahrnehmen, fühlen, hören, schmecken oder riechen. Uns selbst und die Welt um uns neugierig und mit offenen Augen zu betrachten.

Etwas, dass bei der Vielzahl von Gewohnheiten und Alltags-Routinen bei mir oft zu kurz kommt. Denn, wer kennt das nicht: Man steigt ganz automatisch morgens ins Auto, das täglich auf immer demselben Parkplatz steht, und wundert sich eine halbe Stunde später, wie man eigentlich von dort aus zum Büro gekommen ist.

Viele Dinge, die wir täglich tun, sind so sehr in unserem Unterbewusstsein gespeichert, dass wir sie gar nicht mehr bewusst wahrnehmen – und in diesen Momenten eben nicht mehr achtsam für unsere Umwelt, aber auch für unsere eigenen Bedürfnisse, sind. Denn sicherlich hätte es auf der Fahrt zur Arbeit auch den einen oder anderen schönen Ausblick, vielleicht sogar einen tollen Sonnenaufgang, zu bewundern gegeben, den ich in meinem „Trott“ schlicht und einfach übersehen habe. Und wie es mir auf dem Weg dorthin ging, ob es sich richtig anfühlt morgens zur Arbeit zu fahren, das weiß ich natürlich erst recht nicht…

Und genau das will ich künftig ändern!

Denn wer sich selbst und die eigenen Ressourcen kennt, ist nicht nur in schönen Momenten aufmerksamer, sondern vor allem auch in stressigen, schwierigen Situationen deutlich robuster, stärker und zufriedener. Wer in sich selbst ruht, den bringt so leicht nichts aus dem Gleichgewicht.

Und wann ließe sich besser in sich hineinhorchen, als in der Stille und Besinnlichkeit der Weihnachtszeit? Meine „Hausaufgabe“ für die kommenden Wochen ist also gewissermaßen, mich selbst Tag für Tag ein bisschen besser kennenzulernen.

Erfolg macht nicht glücklich! – Warum wir nur erfolgreich werden können, wenn wir schon glücklich sind.

Wir lernen, arbeiten und geben uns Mühe – jeden Tag. Unser Ziel? Erfolg. Denn der muss doch glücklich machen. So zumindest der weit verbreitete Glaube. In der Praxis hingegen lähmt uns zu großer Ehrgeiz und das eiserne Streben nach Erfolg manchmal mehr, als er hilft. Denn eigentlich kann doch nur erfolgreich sein, wer auch mit sich im Reinen und zufrieden ist. Oder?

Einen guten Schulabschluss machen und dann eine angesehen Ausbildung absolvieren – oder studieren – in der Regelzeit und mit besten Noten selbstverständlich. Welche Fachrichtung? – Na wo verdient man denn am meisten?

Diese Erwartungshaltung wurde und wird den meisten von uns von klein auf – und zweifellos mit den besten Absichten – mitgegeben.

Werden Eltern hingegen danach gefragt, was sie ihren Kindern fürs Leben wünschen, ist die einhellige Meinung zumeist „einfach glücklich werden“.

Die Frage ist nur: Warum Glück wünschen, aber auf Erfolg drängen? Und das obwohl zahlreiche Studien doch immer wieder aufs Neue belegen, dass Erfolg überhaupt nicht glücklich macht.

Laut der wohl bekanntesten Studie zum Thema, bei der die Harvard-Universität über mehr als 75 Jahre Menschen und ihr Glücksempfinden begleitet hat, waren am Ende nämlich nicht die erfolgreichsten oder reichsten Menschen die glücklichsten, sondern die mit den tiefsten und engsten Beziehungen zu Mitmenschen.

Andersrum wird ein Schuh draus: Glück macht erfolgreich!

Shawn Achor, Harvard-Professor und Autor des Buches „The Happiness Advantage“ sagt deshalb, dass wir nach wie vor den Zusammenhang zwischen Glück und Erfolg missverstehen.

Oder kennen Sie nicht auch den Satz: „Wenn ich erstmal dieses oder jenes erreicht habe, Abteilungsleiter, Ingenieur oder Geschäftsführerin bin, dann werde ich auch (automatisch) glücklich sein.“?

Blöd nur, dass der Zusammenhang in der Praxis laut Studien genau umgekehrt funktioniert. Nicht Erfolg macht glücklich. Sondern Glück erfolgreich. Wer sich in einem positiven, glücklichen Gemütszustand befindet, hat mehr Energie, ist kreativer und sogar klüger. Gewissermaßen ist vielleicht nicht nur das Empfinden positiv eingestellt sondern auch das Gehirn.

Leider ist diese Erkenntnis noch weit davon entfernt, in den Köpfen unserer Familien, Freunde und vor allem vieler Arbeitgeber anzukommen. Wir glauben, nur viel und zudem harte Arbeit, die wenig Spaß macht, ist der rechtmäßige Weg zum Erfolg.

Die Vorstellung weniger zu Arbeiten, zu Entschleunigen und z.B. die wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren, weckt da schnell die Sorge um den Verlust von Status oder Karrierechancen. Hinzu kommen stumme Vorwürfe und Unverständnis von Vorgesetzten, Kollegen oder auch Familie und Freunden.

Irgendwann geht es dann nicht mehr nur darum, die Erwartungen der anderen zu erfüllen, sondern nach Möglichkeit auch besser zu sein als Mitschüler, Kollegen oder Freunde. Ein Kreislauf, der zu vielem führt – möglicherweise auch zu größerem Erfolg – aber mit Sicherheit nicht zu persönlichem Glück.

Arbeit darf Spaß machen!

Dabei müssen Arbeit und Erfolg nicht hart erarbeitet und erkämpft sein!

Diese Annahme mag vermutlich noch aus der Zeit des Taylorismus rühren. Ihr liegt die Überzeugung zu Grunde, dass Menschen nur auf Grund materieller Anreize bereit sind zu arbeiten. Erfolg wird hier mit Geld und Belohnungen gleichgesetzt.

Dabei spielt Geld gerade in meiner Generation (zum Glück) schon lange nicht mehr bei allen die Hauptrolle bei der Wahl des Jobs. Immer mehr Menschen suchen vor allem die Möglichkeit, sich selbst mit ihren Talenten und Fähigkeiten in einem Beruf verwirklichen und diesen mit ihrem sonstigen Leben vereinbaren zu können. Materielle Anreize werden durch immaterielle Werte abgelöst. Erfolg bedeutet für sie nicht mehr, möglichst oben auf der Karriereleiter zu stehen, sondern etwas zu tun, was sie persönlich ausfüllt und bereichert. Und liegt diese Vorstellung nicht schon sehr nahe an der Idee von Glück? Ich finde schon!

Gearbeitet werden muss nun aus meiner Sicht vor allem noch am Bewusstsein vieler Arbeitgeber wie Arbeitnehmer und an der Akzeptanz eben dieser Tatsache in der Gesellschaft. Denn wenn es endlich nicht mehr „zum guten Ton gehört“ möglichst viele Überstunden anzuhäufen, dann können Erfolg im Job und Glück künftig vielleicht doch wesentlich besser Hand in Hand gehen und sich gegenseitig positiv beeinflussen, als man aktuell denken mag.

Aber Arbeit ist nicht alles.

Keine allzu schlechten Aussichten also, um glücklich und dadurch erfolgreich zu werden. Und doch finde ich, dass das Streben nach Erfolg – also vor allem beruflichem Erfolg – irgendwie nicht alles sein kann.

Die Schlussfolgerung nun nach Glück zu streben um daraus den beruflichen Erfolg zu generieren, wäre aus meiner Sicht also nicht gerade der Sinn der Sache. Denn Glück ist für mich etwas unberührtes, freies. Etwas, dass nur ohne Zwänge im Einklang mit uns selbst wirklich funktionieren kann. Deshalb sollte die Arbeit – zumindest in meiner Idealvorstellung – keine Einschränkung dieser Freiheit bedeuten. Beruflicher Erfolg hin oder her.

Work-Life-Balance – Erfolgsfaktor für ein glückliches Leben?

Leben um zu Arbeiten? Wohl eher Arbeiten um zu Leben, oder? Aber selbst, wenn wir uns darin einig sind, nimmt die Arbeit im Alltag doch einen so großen Bestandteil unserer Zeit ein, dass ein glückliches Leben ohne ausgeglichene Balance zwischen Arbeit und sonstigem Leben kaum möglich scheint.

In meiner Masterarbeit habe ich mich intensiv mit dem Thema Work-Life-Balance beschäftigt. Konkret betrachtete ich den Einfluss einer ausgeglichenen Work-Life-Balance auf das Arbeitsverhalten, das Commitment (Zugehörigkeitsgefühl) der Mitarbeiter zum Unternehmen, aber eben auch auf die Arbeitszufriedenheit.

Nachdem ich den Alltag als Berufstätige – sowohl als Angestellte, als auch in meiner freiberuflichen Tätigkeit – nun aus eigener Erfahrung kenne, stellt sich mir aber mittlerweile die Frage: Ist eine ausgeglichene Work-Life-Balance nicht nur ein ausschlaggebender Faktor für die Zufriedenheit bei der Arbeit, sondern eben auch für die Zufriedenheit im Leben allgemein?

In meiner Studie habe ich mehr als 200 Beschäftigte befragt und herausgefunden, dass es verschiedene Faktoren gibt, die sich bei fast allen Menschen negativ auf die Work-Life-Balance auswirken.

Einer dieser Faktoren ist die Zeit. Ein Thema, dass ich ganz spontan auch als ziemlich entscheidend für ein glückliches Leben betrachten würde.

Was fehlt ist die Zeit…

In meinen Untersuchungen ist die Zeit eindeutig der wichtigste Faktor, wenn es um eine ausgeglichene Work-Life-Balance geht. Oder vielmehr nicht die Zeit selbst, sondern eher die fehlende Zeit, die zu immer mehr Stress in allen Lebensbereichen führt. Im Job, aber auch durch Hausarbeit, familiäre Verpflichtungen oder sogar zu viele Hobbies (der berühmte Freizeitstress)

Und was braucht es, um all das unter einen Hut zu kriegen, ohne als unglücklicher Workaholic zu enden?

Meine Studie sagt: Vor allem flexible Arbeitszeiten!

Denn die wirken sich auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz genauso deutlich aus, wie auf das persönliche Lebensglück Zuhause, mit der Familie und in der Freizeit.

Je höher die Flexibilität, desto leichter fällt es uns, unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten und so die gleiche Menge an Anforderungen deutlich entspannter und gelassener zu meistern.

Wenn draußen die Sonne scheint, würde es mich zum Beispiel absolut glücklich machen, meine Arbeit statt im stickigen Büro irgendwo im Park auf einer Decke zu erledigen. Und wenn ein langer Abendtermin dafür sorgt, dass ich es nicht mehr zum Sport schaffe, wäre es doch ein idealer Ausgleich, stattdessen am nächsten Morgen erst um 11 ins Büro zu müssen und vorher entspannt joggen gehen zu können.